nach AL´TBIER und niederrheinsche-limburgischen ALTernativen...

Wie schmeckt Heimat?

das Museumsmagazin zum ALTBIER-Jahr der Museen

Wie schmeckt eigentlich Heimat? Dies ist eine der Leitfragen, der sich ein ganzes Netzwerk von kulturgeschichtlichen Museen, Vereinen und Archiven auf der Suche nach der kulturellen Biografie unseres grenzüberschreitenden Kulturraumes angenommen hat. Und obwohl auch der Geschmack eine Welle der Globalisierung und eigene nationale Ausprägungen erfahren hat, so gibt es doch ein Genussmittel, das in Limburg, Belgien und am Niederrhein über Jahrhunderte standhaft beheimatet geblieben ist: das obergärige Bier, am Niederrhein seit der Nachkriegszeit auch »Altbier« genannt.

In einem umfassenden Ausstellungs-, Vortrags- und Exkursionsprogramm stehen nicht nur die Entwicklung des Produktes an sich, die historischen Gerätschaften, Brauereidenkmäler und technische Innovationen im Mittelpunkt, sondern vor allem auch das Getränk und seine Konsumenten: Ob Stammtisch oder Schützenfest – das Projekt sucht die Orte des Genießens auf, rekonstruiert die Veränderungen der Trink-Situationen im Laufe der Zeit und fragt nach der Bedeutung des gemeinsamen und ritualisierten Trinkens. Und dies bis in die heutige Zeit, wenn gemeinsam mit Tourismus NRW auf ausgewählten regionalen Bierrouten zu den historischen Stätten der Braukunst und des Trinkgenusses eingeladen wird.

Das kulturgeschichtliche »Al’t Bier«–Jahr ist Auftakt unserer limburgisch - niederrheinischen Vereinbarung, in den kommenden Jahren verstärkt den gemeinsamen biografischen Linien unserer Kulturräume nachzuspüren und als benachbarte Regionen den Austausch zu intensivieren mit Blick auf ein zusammenwachsendes Europas.

Wir danken dem grenzenlosen kulturgeschichtlichen Netzwerk und seinen zahlreichen Mitwirkenden und Partnern vor Ort, die sich in einem umfassenden Programm von Ausstellungen und Begleitveranstaltungen, Ausflugsangeboten und Jugendkulturprojekten dieser gemeinsamen Sache verschrieben haben.

Dank gilt auch den vielen Brauereien dies- und jenseits der Grenze. Mit historischen und aktuellen Geschmacksproben lassen sie regionale Identität zum Erlebnis werden und liefern den lebendigen Beweis dafür, dass es eine enge Wechselbeziehung zwischen musealen Identitätsschmieden und regionaler Produktentwicklung gibt.

Nicht zuletzt danken wir den öffentlichen und privaten Förderern, ohne die ein solch ehrgeiziges und großflächiges Vorhaben nicht umsetzbar gewesen wäre.

Allen an Rhein und Maas Lebenden wünschen wir in den kommenden Monaten den Genuss der Heimat und unseren Gästen, dass sie auf den Geschmack unseres grenzenlosen Kulturraumes kommen!

Ihr kulturgeschichtliches Museumsnetzwerk