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Einfach loslaufen: der Jakobsweg im Rheinland

Die gelbe Muschel auf blauem Grund ist das Wanderzeichen für den Jakobsweg. / (c) Naoag

Pilgern ist gar nicht so schwer! Eigentlich muss man sich nur bequeme Schuhe anziehen und loslaufen. Und dann dauert es gar nicht lange, bis man auf einen der bekanntesten Pilgerwege überhaupt trifft: den Jakobsweg. Seit dem Mittelalter zieht sich ein dichtes Wegenetz durch ganz Europa, das sich immer mehr konzentriert und schließlich nach Santiago de Compostela in Spanien führt. Zusammen mit Rom und Jerusalem gehörte dieser Ort, an dem sich die sterblichen Überreste des Apostels Jakobus befinden, zu den drei wichtigsten Pilgerzielen der Christenheit.

Doch im Laufe des 20. Jahrhunderts verwaisten die jahrhundertealten Wege immer mehr. Pilgern schien nicht mehr ins Weltbild des modernen Menschen zu passen. Aber dies hat sich geändert: Konnten Anfang der 1980er Jahre noch gerade mal 200 Jakobs-Pilger registriert werden, so sind es 30 Jahre später in jedem Jahr 200.000 Menschen, die sich auf diesen Weg begeben. 1993 wurde der Jakobsweg von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Und auch in Deutschland begann man, die alten Wege zu rekonstruieren und wieder bekannt zu machen. Im Rheinland setzte sich besonders der Landschaftsverband Rheinland in Zusammenarbeit mit Belgien und den Niederlanden für dieses Projekt ein. Inzwischen trifft man überall auf die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund, die zum internationalen Wanderzeichen für diesen Weg gewählt wurde.

Also, ziehen Sie ihre Schuhe an und laufen Sie los! Ob Moers, Krefeld, Neuss, Goch, Venlo oder Steyl – der Einstieg in den Jakobsweg ist fast überall am Niederrhein möglich. Und natürlich muss man auch nicht die ganzen 2.400 Kilometer bis nach Santiago de Compostela zurücklegen – manchmal ist der Weg wirklich das Ziel!

Weitere Infos zur Geschichte des Weges, zum Pilgern und zu den Teiletappen im Rheinland finden sich unter: www.jakobspilger.lvr.de, www.deutsche-jakobswege.de