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Zeichen des Glaubens! Kreuze am Wegesrand

Wegekreuz am Windbergshof in der Nähe von St. Peter in Kempen / (c) Martina Hellmich

Am Niederrhein findet man sie überall: steinerne Kreuze! Wie Landmarken erheben sie sich über den Getreidefeldern, markieren eine Weggabelung oder stehen an der Zufahrt zu einem Hof. Oft sind sie von Bäumen umgeben und eine daneben stehende Bank lädt Radfahrer und Wanderer zur Rast ein.

Die Kreuze gehören ebenso zum Landschaftsbild dieser Region wie die hoch aufragenden Pappelreihen oder die markanten Mühlen. Und doch sind sie mehr als nur optische Versatzstücke. Sie erinnern vielmehr an eine Zeit, in der Glaube und Frömmigkeit Dreh- und Angelpunkt des Lebens waren. Das Kreuz ist das zentrale Symbol des christlichen Glaubens. Für einen gläubigen Menschen war das Kreuz früher ebenso Mahnung, die Gebote der Kirche zu befolgen, wie trostreiche Erinnerung an den Schutz Gottes, der einen überall hin begleitet. Und so findet sich dieses Zeugnis des Glaubens eben nicht nur in Kirchen und Kapellen oder in den Häusern und Privaträumen der Menschen, sondern überall dort, wo sich Menschen aufhalten und bewegen.

Vor allem in katholisch dominierten Regionen haben Gläubige über Jahrhunderte hinweg neben einer Vielzahl von Weg- und Hofkreuzen auch zahlreiche Kapellen und Heiligenhäuschen, Bildstöcke und Kreuzwegstationen errichtet. Die Gründe für den Bau oder die Stiftung eines solchen „religiösen Kleindenkmals“, wie diese Objekte heute heißen, sind vielfältig: Sie können den Dank für die Genesung von einer schweren Krankheit oder für eine glückliche Geburt ausdrücken. Landwirte verbanden mit ihnen die Hoffnung auf eine gute Ernte und den Schutz von Unwettern. Adlige kennzeichneten damit ihr Herrschaftsgebiet und Hofbesitzer erbaten den Segen Gottes für ihre Familie. Und manchmal halten die Kreuze auch die Erinnerung an einen plötzlichen Tod oder den Schauplatz eines Verbrechens wach.

Heute werden nur noch selten neue Wegkreuze erbaut. Aber die Zeit, wo man diese kleinen Bauwerke unbeachtet dem Verfall übergeben hat, sind inzwischen vorbei: Immer mehr Menschen, vor allem auch Heimatvereine, entdecken die Wegkreuze als historischen Bestandteil der niederrheinischen Landschaft und helfen bei der Erhaltung und Pflege mit.