Grafschafter Museum im Moerser Schloss
22.02.2015 – 13.09.2015

Da selbsten ein Anfang zu brennen gemacht

Adami Loniceris Kräuterbuch aus dem 18. Jahrhundert mit allerlei Weisheiten / (c) Grafschafter Museum & Christian Spiess

Aberglauben und Hexenwahn am Niederrhein

Belege für Aberglauben und den Glauben an Hexen und Zauberei finden sich das ganze Mittelalter hindurch auch am Niederrhein. Entgegen der verbreiteten Meinung, Hexenglauben sei eine Sache des „finsteren Mittelalters“, ist der Hexenwahn vielmehr ein Phänomen der Neuzeit. Im Lauf des 15. Jahrhunderts breitete sich von der Schweiz aus die „moderne“ Hexenverfolgung aus. Der 1487 durch den päpstlichen Inquisitor Heinrich Cramer (lat. Institoris) veröffentlichte „malleus maleficarum“ („Hexenhammer“) führte auch am Niederrhein zu einer vermehrten Anzahl von Hochgerichtsprozessen.

Während Kurköln das unbestrittene Zentrum der europäischen Hexenverfolgung darstellt, galten die niederrheinischen Herzogtümer lange als weitgehend von den Exzessen der Hexenverfolgung verschont. Doch neuere Forschungen zeigen, dass vor der verheerenden Hexenprozesswelle ab 1580, zahlreiche Hexenprozesse in den niederrheinischen Herzogtümern stattfanden.

Im 16. Jahrhundert wirkte Johann Weyer, einer der Hauptgegner der Hexenverfolgung, am Niederrhein. Johann Weyer war als Leibarzt in Diensten des Herzogs von Jülich-Kleve-Berg. Seine 1563 veröffentlichte Schrift „De praestigiis daemonum“ („Von den Blendwerken der Dämonen sowie von den Bezauberungen und Vergiftungen“) gilt als eine der einflussreichsten Schriften gegen die Hexenverfolgung. Doch auch sein Einfluss verhinderte das Ausbrechen der verheerenden Hexenverfolgungswellen, die ab 1580 wütete, nicht.

Im ehemaligen Herrschaftsbereich der Herren von Moers kam es 1589 zu einer spektakulären Hinrichtung: Peter Stump („Stübbe“) aus Bedburg wurde im Oktober 1589 als Werwolf wegen Zauberei, Kindsmord, Mord und Blutschande durch Reißen mit glühenden Zangen, Rädern, Abhacken der Gliedmaßen und Köpfen hingerichtet. Die Hinrichtung Stübbes steht am Anfang einer Hexenverfolgungswelle, die um 1628 ihren Höhepunkt erreicht.

Die Ausstellung im Grafschafter Museum fragt nach dem Ausmaß der Hexenverfolgung am Niederrhein und stellt sie in Zusammenhang mit den religiösen, gesellschaftlichen und politischen Umbrüchen der Zeit.

Öffentliche Führungen
Dienstag, 31. März, 17 Uhr
Dienstag, 2. Juni, 17 Uhr
Dienstag, 28. Juli, 17 Uhr
Dienstag, 18. August, 17 Uhr

Eintritt: 3,– Euro

Buchbares Angebot für Schulklasssen
Führung durch die Ausstellung mit anschließender Aktion
Dauer: 90 Minuten, Kosten: 35,– Euro zzgl. Materialkosten

Weitere Informationen unter www.grafschafter-museum.de

Buchbare Gruppenführung für Erwachsene
Mo – Fr 35,– Euro / Sa, So, feiertags 45,– Euro
pro Gruppe zzgl. Eintritt

Grafschafter Museum im Moerser Schloss

Kastell 9
47441 Moers

+49(0)2841 88151-0
+49(0)2841 88151-22
grafschafter-museum@moers.de

Öffnungszeiten:
Di – Fr: 10 – 18 Uhr samstags, sonntags, feiertags: 10 – 18 Uhr

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