Tuppenhof - Museum und Begegnungsstätte für bäuerliche Geschichte und Kultur
09.08.2015 – 27.09.2015

Leben zwischen Kirche und Herrgottswinkel

Religiöse Symbole im ländlichen Umfeld prasentiert der Tuppenhof. / (c)Stadtarchiv Kaarst

Eine Topografie des Religiösen in der Stadt Kaarst

Im Zentrum des christlichen Glaubens steht die Kirche! Was heute nur noch bedingt gilt, hatte früher eine allumfassende Bedeutung. Der Kirchenbau stand in den meisten Dörfern und Städten im Mittelpunkt der Siedlung. Die Kirche mit dem Kirchturm überragte als größtes Gebäude des Ortes die übrigen Häuser und war somit weithin sichtbar. Aber die Kirchenbauten waren nicht nur visuell allgegenwärtig, sondern sie hatten auch Einfluss auf den Lebensrhythmus: Das Glockengeläut und das Schlagen der Kirchturmuhr bestimmten den Tagesablauf der Menschen, der Besuch des Gotteshauses am Sonntag gliederte die Woche, die Kirchenfeste mit Gottesdiensten und Prozessionen strukturierten das Jahr. Die Kirche prägte somit gleichermaßen Landschaft wie Leben.

Aber daneben gab es – vor allem auf dem Land – noch eine Vielzahl weiterer Zeugnisse des religiösen Lebens. Dazu gehören etwa Bauten wie Klosteranlagen oder Kapellen, aber auch kleinere religiöse Denkmäler wie Wegekreuze, Heiligenfiguren oder Bildstöcke. Auch in den Häusern der Menschen fanden sich zahlreiche Zeugnisse des Glaubens, die den Bewohnern Orientierung gaben. Hausaltäre, Herrgottswinkel, Weihwasserbecken und Gebetbücher voller Andachtsbildchen gehörten in katholischen Haushalten ebenso zur Einrichtung dazu wie Tisch, Bett und Stuhl.

Heute finden sich solche deutlich sichtbaren Zeugnisse des Glaubens nur noch in wenigen Häusern. Auch die frühere Prägung der Landschaft durch religiöse Bauwerke und Denkmale ist inzwischen kaum noch sichtbar. Die Kirchen verschwinden zwischen der modernen Wohnbebauung und die steinernen Wegekreuze verwittern.

Die Ausstellung wird sich mit den öffentlichen und privaten Zeugnissen des Glaubens beschäftigen und eine „Topografie des Religiösen“ für die Stadt Kaarst erstellen. Wie auf einer virtuellen Landkarte sollen dabei die noch existierenden, aber auch die verloren gegangenen Relikte des Religiösen dargestellt und wieder sichtbar gemacht werden. Der Tuppenhof, ein früherer Bauernhof, auf dem sich noch heute mehrere Zeugnisse der Frömmigkeit der früheren Bewohner finden lassen, bietet einen idealen Rahmen für dieses Projekt.

Die Termine für das umfangreiche Begleitprogramm mit Führungen, Lesungen und Vorträgen werden rechtzeitig auf der Internet-Seite des Museums bekannt gegeben. Zur Ausstellungseröffnung am 9. August 2015, 11.30 Uhr bei Musik und Aktionen für Jung und Alt sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Tuppenhof - Museum und Begegnungsstätte für bäuerliche Geschichte und Kultur

Rottes 27
41564 Kaarst
Deutschland

+49(0)2131-511427
mail@tuppenhof.de

Öffnungszeiten:
Ende Mai bis Ende Oktober, Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 11 bis 18 Uhr

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