filmforum - Kommunales Kino & filmhistorische Sammlung der Stadt Duisburg
02.03.2015 – 04.03.2015 nur montags

Jüdische Kulturtage 2015:

Anderswo / (c) Film Kino Text

Das filmforum beteiligt sich im Februar und März mit einer eigenen Reihe an dem Programm, das auch Vorträge, Lesungen und Konzerte umfasst.

Filme im März:

ANDERSWO
Deutschland 2014, Regie: Ester Amrami

Seit acht Jahren lebt die Israelin Noa (Neta Riskin) in Berlin. In der Zeit ist ihr die Stadt nicht näher gekommen, sondern fremder geworden. Dann will die Uni nichts von ihrer Abschlussarbeit, einem Lexikon unübersetzbarer Wörter, wissen. Ihr Freund Jörg (Golo Euler) hat Aussichten, in Stuttgart einen Job zu finden. Kurzerhand flieht Noa zurück nach Israel, trifft ihre Familie und stellt fest: Heimat will sich hier ebenfalls nicht einstellen, dafür gibt es anstrengende Verwandte. Und dann kommt auch noch Jörg zu Besuch. Im durchaus unpassendsten Moment.

Die Regisseurin Ester Amrami erzählt mit ihrem Spielfilmdebüt ANDERSWO von sich selbst. Seit zehn Jahren lebt sie in Berlin und stellte ihr witziges Selbstfindungsdrama auf der Berlinale 2014 vor. Die Filmemacherin skizziert Momente, die offenbar werden lassen: Zuhause ist ein Mensch nur bei sich selbst. Überall sonst ist anderswo.

Termin: Mo, 02.03. um 18.00 Uhr

LAUF JUNGE LAUF
Frankreich, Deutschland, Polen 2013; Regie: Pepe Danquart

Die Geschichte ist wahr. Und Oscar-Preisträger Pepe Danquart hat sie in seinem Kriegskinder-Drama LAUF JUNGE LAUF genauso verfilmt: als wahre Geschichte. Er vertraut der Macht einer realen Odyssee. So wie es Uri Orlev mit dem Roman tat. Er schrieb die Lebensgeschichte von Yoram Fridman auf – als Tatsachenbericht. Mit neun Jahren entkam der Junge Srulik (Andrzej und Kamil Tkacz) dem Warschauer Ghetto. Im Wald schlug er sich durch, lernte Essen zu stehlen und seine Wunden zu behandeln. Als katholischer Waisenknabe mit Namen Jurek versucht er, sich durchzuschlagen. Drei Jahre irrt er durch Polen, verfolgt, verraten und zugleich von unbändigem Willen zum Überleben beseelt.

Eine kurze Einführung zum Film erfolgt durch den Filmwissenschaftler Dr. Christian Stewen.

Termin: Di, 03.03. um 18.00 Uhr

IDA
Polen 2013, Regie: Pawel Pawlikowski

Die junge Anna (Agata Trzebuchowska) hat den Weg des Glaubens gewählt. Doch bevor sie in den 1960er Jahren in Polen das Gelübde ablegen kann, schickt ihre Oberin sie auf eine ganz andere Lebensreise. Sie soll noch einmal ihre einzige Verwandte, ihre Tante Wanda (Agata Kulesza), besuchen. Die Begegnung enthüllt ein Geheimnis. Anna ist in Wahrheit Jüdin und heißt Ida. Ihre Eltern kamen im Holocaust ums Leben. Gemeinsam mit ihrer Tante macht Anna sich auf die Suche nach dem Grab ihrer Eltern. Ein schwerer Gang, eine befreiendes Aufbrechen.

Der polnische Regisseur Paweł Pawlikowski formte 2013 in karstigen Schwarz-Weiß- Bildern ein Roadmovie, das als Zeitreise die Verstrickung von Antisemitismus, Katholizismus und Sozialismus freilegte. Sein Drama IDA gewann den Europäischen Filmpreis. Die Kunst der Form und die Macht der Geschichte überzeugten nicht nur Jury-Mitglieder. IDA ist am vergangenen Wochenende mit dem Oscar für den Besten fremdsprachigen Film mit ausgezeichnet worden. Lidia Jansen vom Polnischen Institut Düsseldorf führt in den Film ein.

Termin: Mi, 04.03. um 18.00 Uhr

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