Heimatmuseum Kamps Pitter
08.10.2017 – 17.12.2017

Reise ins Ungewisse

Flucht aus Danzig 1945 / © Heimat- und Geschichtsfreunde Willich

Flüchtlinge und Vertriebene nach 1945 auf ihren Wegen in die Altgemeinden der Stadt Willich

In der Zeit von 1945 bis 1960 kamen mehr als 5.000 Vertriebene und Flüchtlinge nach Anrath, Neersen, Schiefbahn und Willich. Nach Schätzungen blieben mehr als 50 Prozent dieser Menschen in den Altgemeinden der Stadt Willich wohnen. Bei etwa 31.000 Einwohnern in diesen Gemeinden Anfang der 1960er Jahre war der Anteil der Neubürger beträchtlich. Heute sind vielen die Hintergründe und Auswirkungen dieser Wanderungsbewegung kaum noch bekannt.

Doch noch gibt es Menschen, die diese Zeit miterlebt haben. Und so führen die Heimat- und Geschichtsfreunde Willich, der Bürgerverein Anrath und das Archiv der Stadt Willich gemeinsam ein Projekt durch, bei dem die Bestände des Stadtarchivs zu diesem Thema ausgewertet und vor allem die Erinnerung von Zeitzeugen dokumentiert werden.

Anders als in den Geschichtsbüchern, in denen die Einzelschicksale oft hinter den politischen Ereignissen, den großen Entwicklungslinien und den Statistiken verschwinden, werden hier konkrete Personen und ihre Erlebnisse in den Blick genommen. Gefragt wird danach, woher die Menschen kamen und wie die Situation in ihrer alten Heimat im Krieg und nach Kriegsende war und was schließlich zur Flucht bzw. Vertreibung führte. Thematisiert wird zudem, auf welchen Wegen und unter welchen Bedingungen die heimatlos gewordenen Menschen an den Niederrhein und schließlich in die Altgemeinden der Stadt Willich kamen, welche Situation sie dort nach ihrer Ankunft vorgefunden haben und mit welchen Schwierigkeiten die Neuankömmlinge – und auch die Einheimischen – zu kämpfen hatten.

Dazu gehören auch die Entwicklung der Wohnraumsituation und der Bau von neuen Siedlungen und Wohnungen. Die Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme werden im Rahmen einer Ausstellung ab Oktober 2017 im Museum „KampsPitter“ in Willich-Schiefbahn präsentiert. Dort können die Besucher an „Dokumentationsinseln“ mit Hilfe von Karten, Fakten und Zahlen, Zeitzeugeninterviews, Tagebüchern, Dokumenten, Gegenständen, Film- und Tondokumenten, Zeitungsausschnitten in die Aus- und Aufnahmesituation der Zeit von 1945 bis 1960 eintauchen und sich mit der Situation der Geflüchteten, aber auch der Einheimischen vertraut machen.

Heimatmuseum Kamps Pitter

Albert-Oetker-Straße 108
47877 Willich
Deutschland

+49 (0) 2154 / 7996
info@heimatverein-schiefbahn.de

Öffnungszeiten:
jeden 2. Sonntag im Monat 12-17 Uhr

Weitere Informationen zu diesem Ort Diesen Ort auf der Karte anzeigen