Museum der Niederrheinischen Seele, Villa Erckens
14.09.2017 – 28.01.2018

Stadt und Straße

Straßen in Grevenbroich / © Stadtarchiv Grevenbroich

Jeder weiß, dass Städte oft auf jahrhundertealten Siedlungsplätzen stehen. Aber dass auch Straßen häufig auf uralten Verkehrswegen verlaufen, ist weniger bekannt. Die Stadt Grevenbroich liegt am Schnittpunkt von zwei historischen Verbindungen: Zwei römische Heerstraßen, die von Köln über Jülich in Richtung Aachen und das Gebiet der heutigen Niederlande sowie von Jülich in das befestigte Römerlager bei Neuss führten, prägen die Stadt bis heute.

Die Trasse der vermutlich aus dem 3./4. Jahrhundert n. Chr. stammenden Neuss-Jülicher-Straße, der späteren Reichs- bzw. Bundesstraße 1, konnte 2001 im Braunkohletagebau freigelegt und untersucht werden. Die Furt im Sumpf- und Auengebiet, dem „Bruch“, dem die Stadt ihren Namen verdankt, war auch im Mittelalter die einzige sichere Möglichkeit in ost-westlicher Richtung Kölner Handelswaren über die Erft nach Brabant zu transportieren – und sie war zugleich eine sehr lukrative Zollstation. Hier blühte unter den maasländischen Grafen von Kessel Ende des 13. Jahrhunderts die kleine Siedlung „Broich“ auf und erhielt bald Stadtrechte.

Im 19. Jahrhundert entstand durch ein neues Verkehrsmittel ein weiterer Schnittpunkt zweier Trassen: In Grevenbroich kreuzen sich bis heute zwei regionale Eisenbahnlinien, die dann im späten 19. Jahrhundert den Aufstieg der Stadt zum Industriestandort ermöglichten. Die günstige Verkehrslage förderte die Ansiedlung von Unternehmen aus dem Maschinenbau sowie der Textil- und Nahrungsmittelindustrie. Seit den 1950er Jahre formte der großräumige Abbau der Braunkohle die Region und griff auch massiv in die Verkehrsstruktur ein. Die größten Veränderungen ergaben sich jedoch durch die Automobilisierung in der Nachkriegszeit. Das Auto veränderte die Landschaft und das Verhalten der Menschen. Straßen, Parkplätze und Tankstellen prägten zunehmend das Stadtbild. Und die alten Verkehrswege erhielten immer neue Parallel- und Verbindungsstraßen.

Die Ausstellung nimmt die alten und die neuen Straßen in den Blick und befasst sich nicht nur mit der Entwicklungsgeschichte dieser Verkehrsadern, sondern auch mit den vielen individuellen Geschichten der Menschen, die dort unterwegs waren und sind.

Museum der Niederrheinischen Seele, Villa Erckens

Am Stadtpark
41515 Grevenbroich

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+49(0)2152/809 89 64
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Öffnungszeiten:
Mi, Do, Sa, So 11-17 Uhr Fr 9-13 Uhr

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