Koenraad Bosman Museum - Museum für Kunst- und Stadtgeschichte
26.11.2017 – 25.02.2018

50 Jahre Rheinbrücke Rees/Kalkar

© Joachim Schäfer

Es stand anfangs unter keinem guten Stern, das ambitionierte Bauprojekt einer neuen Rheinbrücke bei Stromkilometer 838,65 westlich von Rees zum linksrheinischen Kalkar, ein weiterer niederrheinischer Brückenschlag und Meilenstein der Ingenieurkunst zum anderen Rheinufer, zur „gönne Kant“.

Geplant war sie als Autobahnbrücke der „Hansalinie“, der A1. Noch Anfang der 1960er Jahre wurde überlegt, die A1 über Eindhoven nach Brüssel zu verlängern. Dafür benötigte man eine Brücke bei Rees. Die Pläne der Autobahnverlängerung Richtung Brüssel wurden jedoch schnell ad acta gelegt und bereits Anfang 1961 der Ausbau der B67 bis Goch verfolgt, um dort die Anbindung an die B9 sicherzustellen. So wurde die Reeser Brücke als Teil der vielbefahrenen B67 in die Straßenbauplanung miteinbezogen.

Nach diesen Unwägbarkeiten in der Planungsphase begannen die Bauarbeiten 1965 und wurden ein Jahr später jäh unterbrochen. Beim Ausbau der Hilfsstützen an der rechtsrheinischen Vorlandbrücke rutschten am 24. November 1966 die Lagerrollen eines Pfeilers ab, was zu einem Absturz eines 95 Meter langen Überbauabschnittes führte. Verletzt wurde dabei niemand, allerdings verzögerte dieser unglückliche Vorfall die Fertigstellung des Bauwerkes um ein halbes Jahr. Schließlich konnte die 982,5 Meter lange und 23 Millionen DM teure, harfenförmig gespannte Schrägseilbrücke ein Jahr später fertiggestellt werden.

Am 20. Dezember 1967 wurde sie offiziell von höchster Stelle, durch Bundespräsident Heinrich Lübke, für den Verkehr freigegeben. Und trotz – oder gerade wegen – der negativen Vorzeichen in der Anfangszeit hat sie sich bewährt und standgehalten, die von Bauingenieur Hellmut Homberg entworfene vierspurige Rees-Kalkarer Brücke auf der aktuell durchschnittlich täglich bis zu 14.670 Kraftfahrzeuge, davon 6,8 Prozent Lkw, unterwegs sind. Zeitaufwändige Fährtransporte oder Umwege zum nächstgelegenen Rheinübergang bei Wesel gehören damit schon lange der Vergangenheit an.

Brücken verbinden – selbst links- und rechtsrheinische Ufer und die Menschen, die dort wohnen. Gemeinsam dokumentieren die Stadtarchive Rees und Kalkar im Reeser Museum mit umfangreichem Bildmaterial und Dokumenten die bewegte Geschichte einer Brücke, die die Mobilität der Menschen in den Rheinanliegerstädten entscheidend erleichterte und nach wie vor prägt.

Koenraad Bosman Museum - Museum für Kunst- und Stadtgeschichte

Am Bär 1
46459 Rees
Deutschland

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